Umfragen und Studienteilnahme
In der folgenden Übersicht stellt die Psychotherapeutenkammer Nordrhein-Westfalen ausgewählte laufende Studien vor, die für die psychotherapeutische Versorgung relevante Fragestellungen verfolgen. Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten können bei Interesse an den Studien mitwirken. Für den Inhalt der Forschungsvorhaben sind ausschließlich die wissenschaftlichen Leitungen der Projekte zuständig.
- Online-Studie zum Einsatz generativer KI in der psychotherapeutischen Praxis
Wie wird generative künstliche Intelligenz (KI) in der psychotherapeutischen Praxis eingesetzt – und wie bewerten Behandelnde diese Entwicklungen? Mit diesen Fragen befasst sich die Online-Studie „KI in der psychotherapeutischen Behandlung: Globale Perspektiven von Behandelnden aus einer Mixed-Method-Befragung“ der Hochschule Brandenburg.
Die Studie wird in internationaler Kooperation mit den Universitäten Basel, Uppsala und Missouri State durchgeführt und richtet sich an Fachpersonen aus der psychischen Gesundheitsversorgung, insbesondere Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten. Ziel ist es, Erfahrungen und Einschätzungen zum Einsatz generativer KI – beispielsweise ChatGPT, Gemini, Bing AI (Microsoft Copilot) oder DAX Copilot – in der klinischen Praxis zu erfassen. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, ethische Leitlinien zu definieren und eine fachliche Diskussion zum verantwortungsvollen Einsatz von KI in der Patientenversorgung anzustoßen. Die Teilnahme ist bis Ende Februar 2026 möglich.
Der Ablauf der Studie umfasst eine kurze und vollständig anonymisierte Online-Umfrage mit einer Bearbeitungszeit von etwa fünf bis sieben Minuten. Die Befragung enthält überwiegend Multiple-Choice-Fragen und Likert-Skalen; optional können freie Kommentare ergänzt werden. Ein Bezug zu konkreten Behandlungsverläufen oder Patientendaten besteht nicht.Zur Studie „KI in der psychotherapeutischen Behandlung“ geht es hier.
- Online-Umfrage „Diskriminierung in Deutschland“ der Antidiskriminierungsstelle des Bundes
Wo erleben Menschen in Deutschland Diskriminierung? Wie gehen sie damit um, welche Unterstützungsangebote nutzen oder vermissen sie? Die von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes durchgeführte Online-Umfrage „Diskriminierung in Deutschland“ sammelt Antworten auf diese Fragen. In der Auswertung soll sichtbar werden, wie und wo Menschen in Deutschland Diskriminierung erleben. Ausgehend von ihren Erfahrungen soll erarbeitet werden, was politisch und gesellschaftlich verbessert werden kann, um diskriminierungsfreier zusammenzuleben.
Teilnehmen können Personen über 14 Jahre, nicht nur Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die in unterschiedlichen Formen und Lebensbereichen Diskriminierung erfahren haben. Die Bearbeitung des Fragebogens ist bis zum 28. Februar 2026 möglich, kann in verschiedenen Sprachen erfolgen und nimmt rund 30 Minuten in Anspruch. Die Datenerhebung erfolgt anonym.
Hier kann der Online-Fragebogen aufgerufen werden [externer Link].
Der Fragebogen wurde im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle von der IMAP GmbH entwickelt. Nach Auswertung werden ausgewählte anonymisierte Daten über ein Forschungsdatenzentrum Fachstellen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zur Verfügung gestellt. Ein anonymisierter Abschlussbericht ist für Frühjahr 2027 geplant.
- Online-Studie „CulTher“ zur Förderung transkultureller Kompetenz in der Psychotherapie
Die Philipps-Universität Marburg und die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg suchen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten für die Teilnahme an der Online-Studie „CulTher“. Im Rahmen des Forschungsprojektes werden zwei digitale Fortbildungsformate miteinander verglichen, um deren Wirksamkeit im Hinblick auf die Stärkung transkultureller Kompetenz in der psychotherapeutischen Praxis zu untersuchen.
Hintergrund der Studie ist die zunehmende Zahl von Patientinnen und Patienten mit Migrations- und Flüchtlingserfahrung in der psychotherapeutischen Versorgung. Kulturelle und kontextuelle Faktoren beeinflussen, wie psychische Beschwerden wahrgenommen, diagnostiziert und behandelt werden. Die Studie soll dazu beitragen, wirksame und niedrigschwellige Fortbildungsangebote zu identifizieren, die Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in ihrer Arbeit unterstützen.
Teilnehmende werden zufällig einem von zwei Fortbildungsformaten zugeteilt – dem Online-Training „CulTher“ oder dem E-Book „Kultursensible Psychotherapie“. Das Online-Training ist in sechs Module gegliedert, die in wöchentlichen Abständen bearbeitet werden und praktische Übungen sowie Elemente der Selbstreflexion enthalten. Die Bearbeitungszeit erstreckt sich über einen Zeitraum von insgesamt sechs Wochen. Der wöchentliche Aufwand liegt – je nach Umfang des jeweiligen Moduls bzw. Buchkapitels – bei etwa 90 bis 120 Minuten; empfohlen werden mindestens 60 Minuten pro Woche. Zur Evaluation werden zu je vier Zeitpunkten (vor Beginn, unmittelbar nach Abschluss sowie sechs und zwölf Monate nach der Maßnahme) standardisierte Fragebögen eingesetzt.
Die Teilnahme richtet sich an Psychologische Psychotherapeutinnen und Psychologische Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten sowie an Personen in fortgeschrittener Aus- und Weiterbildung (PiA und PtW). Eine Teilnahme ist voraussichtlich bis Ende Februar 2026 möglich. Die Fortbildung ist von der Landespsychotherapeutenkammer Hessen akkreditiert. Nach erfolgreichem Abschluss können 18 Fortbildungspunkte erworben werden.
Interessierte können unter diesem Link an der Online-Studie „CulTher“ teilnehmen.
Kontakt zur Studienleitung
Christina Nuhn (M.Sc. Klinische Psych.)
Telefon: +49 6421- 2824034
E-Mail: christina.nuhn@uni-marburg.de - Online-Studie „KidsCarePVS“ zur Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit postakuten Infektionssyndromen
Wie ist die Versorgungssituation von Kindern und Jugendlichen mit postakuten Infektionssyndromen (PAIS) in Deutschland? Dieser Frage geht die Online-Studie „KidsCarePVS“ nach, die derzeit am Universitätsklinikum Freiburg durchgeführt wird. Ziel des Projektes ist es, bestehende Versorgungsstrukturen zu beschreiben und Grundlagen für die Weiterentwicklung eines bedarfsgerechten Versorgungskonzeptes zu schaffen.
Im Mittelpunkt stehen Erkrankungen wie Long COVID, Fatigue nach EBV-Infektion sowie Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue Syndrom. Erhoben werden insbesondere Erfahrungen und Erwartungen in Bezug auf Versorgungsprozesse, Behandlungsergebnisse sowie förderliche und erschwerende Faktoren in der ambulanten Versorgung.
Befragt werden ambulant tätige Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (KJP), die mindestens ein Kind oder einen Jugendlichen mit PAIS behandelt haben. Neben KJP werden ergänzend auch weitere Berufsgruppen aus dem Gesundheitswesen einbezogen.
Die Teilnahme erfolgt in Form eines Videotelefonats mit einer Dauer von etwa 45 Minuten. Die Interviews werden als Audio- bzw. Videoaufzeichnung mitgeschnitten und anschließend transkribiert; die Auswertung erfolgt pseudonymisiert. Die Interviews finden bis März 2026 statt; die Ergebnisse werden voraussichtlich Ende 2027 bzw. Anfang 2028 publiziert. Die Studie ist bundesweit angelegt und wird durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) gefördert.
Interessierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten können sich per E-Mail an die Projektleitung wenden.
Kontakt:
Prof. Dr. Manuela Glattacker
E-Mail: manuela.glattacker@uniklinikfreiburg.de
Telefon: 0761-270 36940 - Online-Studie „MAriE“ zur Bedeutung von Herkunftssprachen im Berufsalltag
Mit der Online-Studie „MAriE – Mehrsprachige Teilhabe am Arbeitsmarkt: Herkunftssprachen in der Erwerbstätigkeit“ untersucht die Universität Duisburg-Essen, welche Rolle sogenannte Herkunftssprachen – also familiär oder biografisch erworbene, nicht-deutsche Sprachen – im beruflichen Alltag spielen. Im Fokus steht die Frage, wie diese sprachlichen Kompetenzen in unterschiedlichen Arbeitssituationen genutzt werden und welche Bedeutung ihnen im Erwerbskontext beigemessen wird.
Ausgangspunkt des Projektes ist der bislang geringe Forschungsstand zur Nutzung von Herkunftssprachen im deutschen Arbeitsmarkt. Obwohl migrationsbedingt mehrsprachige Erwerbstätige in vielen Berufsfeldern präsent sind, liegen bislang kaum systematische Erkenntnisse dazu vor, wie zusätzliche sprachliche Ressourcen im Arbeitsalltag eingesetzt werden. Die Studie setzt hier an und möchte diese Forschungslücke schließen.
Die Untersuchung richtet sich an berufstätige Personen, die neben Deutsch mindestens eine weitere Herkunftssprache sprechen und diese im beruflichen Kontext verwenden. Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sind herzlich eingeladen, sich an der Studie zu beteiligen oder auf diese hinzuweisen. Die Teilnahme erfolgt über eine Online-Umfrage mit einer Bearbeitungszeit von etwa zehn Minuten. Abgefragt werden unter anderem Einsatzbereiche von Herkunftssprachen sowie Selbsteinschätzungen der eigenen Sprachkompetenz.
Eine Teilnahme an der Studie ist bis Ende März möglich. Die Datenerhebung erfolgt anonymisiert. Das Vorhaben wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.
Zur Online-Studie „MAriE“ geht es unter diesem Link.
Für Rückfragen steht das Projektteam zur Verfügung:
Helena Weyland
helena.weyland@uni-due.de - Studie zu Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) in der ambulanten Psychotherapie
Eine Forschungsgruppe der Sigmund Freud Privatuniversität Wien führt derzeit eine Online-Studie zum Einsatz und zur Akzeptanz von Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) durch. Untersucht werden praktische Erfahrungen, Entscheidungsprozesse sowie Chancen und Herausforderungen digital unterstützter Therapieformen.
DiGA sind Medizinprodukte, die per App oder Browser genutzt werden und Patientinnen und Patienten im Umgang mit gesundheitlichen Beschwerden unterstützen. In Deutschland können sie seit 2020 eingesetzt und auf Rezept verordnet werden; in Österreich wird die Einführung eines digitalen Gesundheitspfades derzeit diskutiert. Damit will die Studie mögliche Ansätze für einen Wissenstransfer ausloten.
Die Befragung richtet sich an ambulant tätige Psychologische Psychotherapeutinnen und Psychologische Psychotherapeuten, die erwachsene Patientinnen und Patienten behandeln. Die Bearbeitungsdauer beträgt rund 15 bis 20 Minuten. Am Ende des Fragebogens wird ein Link zur Verfügung gestellt, der an die behandelten Personen weitergeleitet werden soll, um auch deren Rückmeldungen in der Studie mit einzubeziehen.
Der Befragungszeitraum läuft aktuell bis Ende März 2026. Vorkenntnisse im Umgang mit DiGA sind nicht erforderlich. Die Studie ist datenschutzkonform konzipiert: Alle Informationen werden anonym erhoben und ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke verarbeitet.
Interessierte können an der Studie unter diesem Link teilnehmen.
Kontakt zur Studienleitung:
Sigmund Freud Privatuniversität Wien
Prof.in Dr.in Christiane Eichenberg
E-Mail: c.eichenberg@sfu.ac.at - Online-Studie zur ambulanten Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Post-COVID
Die Universität Kiel lädt Psychologische Psychotherapeutinnen und Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten ein, an der Online-Studie „Erfahrungen mit der ambulanten Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Post-COVID“ teilzunehmen. Das Projekt ist 2024 gestartet und als Langzeitstudie über einen Zeitraum von vier Jahren angelegt. Untersucht wird, vor welchen praktischen Herausforderungen Behandelnde stehen und welche strukturellen Anpassungen sie als notwendig erachten. Ziel ist es, fundierte Impulse für die Weiterentwicklung der ambulanten Versorgung zu leisten.
Die Studienteilnahme erfolgt in Form eines Interviews von rund 45 Minuten per Zoom oder Telefon. Das Gespräch wird aufgezeichnet, anonymisiert transkribiert und anschließend gelöscht. Erfasst werden nur wenige Basisdaten wie Alter, Geschlecht und berufliche Angaben. Im Mittelpunkt stehen Erfahrungen aus der Versorgungspraxis – beispielsweise der Umgang mit unspezifischen Symptomen, besondere diagnostische Herausforderungen oder ein erhöhter Bedarf an interdisziplinärer Abstimmung.
Die Ergebnisse werden anonymisiert ausgewertet und veröffentlicht. Die Studie wird vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gefördert und ist Projektteil eines Forschungsverbunds, an dem auch die Universitäten Tübingen und Würzburg beteiligt sind. Die Projektleitung liegt bei Prof. Dr. Hanna Kaduszkiewicz vom Institut für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH).
Interessierte können sich per E-Mail zur Teilnahme an der Studie melden: LTPC.kiel@uksh.de
Nähere Informationen zum Forschungsprojekt finden sich unter dieser Adresse [externer Link].
- „Wirksamkeit der Mentalisierungsbasierten Therapie für Patientinnen und Patienten mit der Borderline-Persönlichkeitsstsörung“ – Studie der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des LVR-Klinikums Düsseldorf
Das LVR-Klinikum Düsseldorf sucht für die magnet-Studie zur Behandlung von Patientinnen und Patienten mit einer Borderline-Störung [PDF, 534 KB] Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten im Umkreis von Düsseldorf und Köln.
Teilnehmen können Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mit Fachkunde in Verhaltenstherapie (VT) oder tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie (TP), die bereits approbiert sind oder deren Ausbildung fortgeschritten ist. Im Rahmen der Studie würden sie etwa ein Jahr lang Patientinnen bzw. Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung im Einzelsetting entweder mit der Mentalisierungsbasierten Therapie (MBT) oder mit den genannten Richtlinienverfahren behandeln. Ihre Therapiesitzungen würden sie auf Video aufzeichnen. Die Abrechnung erfolgt wie üblich über die Krankenkassen. Zusätzlich würden sie nach jeder Therapiesitzung eine kurze Online-Abfrage ausfüllen.
Die Studienteilnehmenden erhalten
• eine kostenfreie, dreitägige Fortbildung in MBT (Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die in der Studie MBT anwenden, vor der Behandlung, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die in der Studie TP oder VT anwenden, nach der Behandlung)
• eine Aufwandsentschädigung von 200 EUR pro Patientin bzw. Patient (neben der gewohnten Abrechnung über die Krankenkassen)
• online MBT-Gruppensupervision (bei der Anwendung von MBT) oder können zwischen online TP- bzw. VT-basierter Gruppensupervision und einer Supervisionspauschale von 300 EUR pro Patientin bzw. Patient wählen (bei TP- oder VT-basierter Therapie)
• eine vorliegende umfangreiche Anfangsdiagnostik der Patientinnen und PatientenDie magnet-Studie ist die erste große, multizentrische und randomisiert-kontrollierte Erhebung in Deutschland im ambulanten Bereich, die sich mit der Wirksamkeit der MBT bei Patientinnen und Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung im Vergleich zur Behandlung mit VT und TP befasst. Die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der LVR-Kliniken Düsseldorf beteiligt sich als eines von fünf Studienzentren an von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Studie.
Primäres Ziel des Forschungsprojekts ist, die in die Studie eingeschlossenen Therapieformen hinsichtlich der Reduktion von Suizidalität und von selbstverletzendem Verhalten sowie weiterer behandlungsrelevanter Aspekte zu vergleichen. Das übergeordnete Anliegen ist, die ambulante psychotherapeutische Versorgung von Patientinnen und Patienten mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung in Deutschland zu verbessern.
Die Studie läuft bis Ende 2028.
Kontakt für interessierte Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten:
Leoni Weintz
Wissenschaftliche Mitarbeiterin Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
LVR-Klinikum Düsseldorf
E-Mail: Leoni.weintz@lvr.de
Tel.: 0211 922 4783