Umfragen und Studienteilnahme

In der folgenden Übersicht stellt die Psychotherapeutenkammer Nordrhein-Westfalen ausgewählte laufende Studien vor, die für die psychotherapeutische Versorgung relevante Fragestellungen verfolgen. Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten können bei Interesse an den Studien mitwirken. Für den Inhalt der Forschungsvorhaben sind ausschließlich die wissenschaftlichen Leitungen der Projekte zuständig.

  • Online-Befragung von Leistungserbringenden in der Versorgung von Personen mit psychischen Erkrankungen zur Evaluation des Entlassmanagements

    Ein an der Charité - Universitätsmedizin Berlin angelaufenes Studienprojekt evaluiert das Entlassmanagement bei Menschen mit psychischen Erkrankungen aus Sicht der ambulanten und stationären Leistungserbringenden. Ziel ist, Barrieren und Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren, um eine optimale Anschlussversorgung gewährleisten zu können. Die Erhebung ist eingebettet in das vom Innovationsfond des Gemeinsamen Bundes-Ausschusses (G-BA) geförderte Forschungsprojekt „E2-PSY: Evaluation des Entlassmanagements nach § 39 Absatz 1a SGB von (teil-)stationär-psychiatrisch behandelten Menschen“.

    Beteiligen können sich Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die im ambulanten oder im (teil)stationären Bereich Menschen mit psychischen Erkrankungen versorgen. Ebenso können Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Ausbildung den Fragebogen ausfüllen.

    Gefragt wird beispielsweise nach Kooperationen, der Beteiligung an Netzverbünden zur ambulanten Komplexbehandlung gemäß der Richtlinie über die berufsgruppenübergreifende, koordinierte und strukturierte Versorgung insbesondere für schwer psychisch kranke Versicherte mit komplexem psychiatrischen oder psychotherapeutischen Behandlungsbedarf (KSVPsych-R) oder nach Kommunikationswegen für Entlassbriefe.

    Der Fragebogen kann hier online ausgefüllt werden [externer Link] und ist bis zum 30.04.2026 freigeschaltet. Seine Bearbeitung nimmt rund ca. 20 Minuten in Anspruch. Alle Angaben werden anonymisiert übermittelt, gespeichert und ausgewertet.

  • Online-Studie „Bereitschaft zur Behandlung von Patient*innen mit extremistischen Einstellungen“

    Wie gehen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten damit um, wenn Patientinnen oder Patienten extreme politische oder religiöse Ansichten vertreten? Und wovon hängt es ab, ob sie bereit sind, diese therapeutisch zu begleiten? Mit diesen Fragen befasst sich die Online-Studie „Bereitschaft zur Behandlung von Patientinnen und Patienten mit extremistischen Einstellungen“ der Universität Regensburg.  

    Die Studie wird am dortigen Lehrstuhl für Sozialpsychologie durchgeführt und richtet sich an angehende und approbierte Psychologische Psychotherapeutinnen und Psychologische Psychotherapeuten, Kinder und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten sowie ärztliche Psychotherapeutinnen und ärztliche Psychotherapeuten. Ziel ist es, Erfahrungen im Umgang mit extremistisch eingestellten Patientinnen und Patienten systematisch zu erfassen und mögliche Zusammenhänge zwischen Therapeutenmerkmalen ¬– zum Beispiel Persönlichkeitsfaktoren oder Mentalisierungsfähigkeit ¬– und der Behandlungsbereitschaft zu untersuchen. Die Fragestellung ist im sozialpsychologischen Forschungsfeld verortet und bezieht Radikalisierungsprozesse im klinischen Kontext mit ein.

    Die Datenerhebung erfolgt über eine anonyme Online-Befragung mit einer Bearbeitungszeit von rund 15 bis 20 Minuten. Neben Fragen zu beruflichen und demographischen Merkmalen werden Fallvignetten vorgelegt, in denen Patientinnen und Patienten mit extremistischen Einstellungen beschrieben werden. Eine Teilnahme ist bis zum 30. April 2026 möglich.

    Interessierte finden den Fragebogen der Studie [externer Link] unter diesem Link.

  • Online-Studie „MAriE“ zur Bedeutung von Herkunftssprachen im Berufsalltag

    Mit der Online-Studie „MAriE – Mehrsprachige Teilhabe am Arbeitsmarkt: Herkunftssprachen in der Erwerbstätigkeit“ untersucht die Universität Duisburg-Essen, welche Rolle sogenannte Herkunftssprachen – also familiär oder biografisch erworbene, nicht-deutsche Sprachen – im beruflichen Alltag spielen. Im Fokus steht die Frage, wie diese sprachlichen Kompetenzen in unterschiedlichen Arbeitssituationen genutzt werden und welche Bedeutung ihnen im Erwerbskontext beigemessen wird.

    Ausgangspunkt des Projektes ist der bislang geringe Forschungsstand zur Nutzung von Herkunftssprachen im deutschen Arbeitsmarkt. Obwohl migrationsbedingt mehrsprachige Erwerbstätige in vielen Berufsfeldern präsent sind, liegen bislang kaum systematische Erkenntnisse dazu vor, wie zusätzliche sprachliche Ressourcen im Arbeitsalltag eingesetzt werden. Die Studie setzt hier an und möchte diese Forschungslücke schließen.  

    Die Untersuchung richtet sich an berufstätige Personen, die neben Deutsch mindestens eine weitere Herkunftssprache sprechen und diese im beruflichen Kontext verwenden. Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sind herzlich eingeladen, sich an der Studie zu beteiligen oder auf diese hinzuweisen. Die Teilnahme erfolgt über eine Online-Umfrage mit einer Bearbeitungszeit von etwa zehn Minuten. Abgefragt werden unter anderem Einsatzbereiche von Herkunftssprachen sowie Selbsteinschätzungen der eigenen Sprachkompetenz.

    Eine Teilnahme an der Studie ist bis Ende März möglich. Die Datenerhebung erfolgt anonymisiert. Das Vorhaben wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.  

    Zur Online-Studie „MAriE“ geht es unter diesem Link.  

    Für Rückfragen steht das Projektteam zur Verfügung:
    Helena Weyland
    helena.weyland@uni-due.de

  • Studie zu Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) in der ambulanten Psychotherapie

    Eine Forschungsgruppe der Sigmund Freud Privatuniversität Wien führt derzeit eine Online-Studie zum Einsatz und zur Akzeptanz von Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) durch. Untersucht werden praktische Erfahrungen, Entscheidungsprozesse sowie Chancen und Herausforderungen digital unterstützter Therapieformen.

    DiGA sind Medizinprodukte, die per App oder Browser genutzt werden und Patientinnen und Patienten im Umgang mit gesundheitlichen Beschwerden unterstützen. In Deutschland können sie seit 2020 eingesetzt und auf Rezept verordnet werden; in Österreich wird die Einführung eines digitalen Gesundheitspfades derzeit diskutiert. Damit will die Studie mögliche Ansätze für einen Wissenstransfer ausloten.

    Die Befragung richtet sich an ambulant tätige Psychologische Psychotherapeutinnen und Psychologische Psychotherapeuten, die erwachsene Patientinnen und Patienten behandeln. Die Bearbeitungsdauer beträgt rund 15 bis 20 Minuten. Am Ende des Fragebogens wird ein Link zur Verfügung gestellt, der an die behandelten Personen weitergeleitet werden soll, um auch deren Rückmeldungen in der Studie mit einzubeziehen.

    Der Befragungszeitraum läuft aktuell bis Ende März 2026. Vorkenntnisse im Umgang mit DiGA sind nicht erforderlich. Die Studie ist datenschutzkonform konzipiert: Alle Informationen werden anonym erhoben und ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke verarbeitet.

    Interessierte können an der Studie unter diesem Link teilnehmen.

    Kontakt zur Studienleitung:
    Sigmund Freud Privatuniversität Wien 
    Prof.in Dr.in Christiane Eichenberg
    E-Mail: c.eichenberg@sfu.ac.at

  • Online-Studie zur ambulanten Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Post-COVID

    Die Universität Kiel lädt Psychologische Psychotherapeutinnen und Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten ein, an der Online-Studie „Erfahrungen mit der ambulanten Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Post-COVID“ teilzunehmen. Das Projekt ist 2024 gestartet und als Langzeitstudie über einen Zeitraum von vier Jahren angelegt. Untersucht wird, vor welchen praktischen Herausforderungen Behandelnde stehen und welche strukturellen Anpassungen sie als notwendig erachten. Ziel ist es, fundierte Impulse für die Weiterentwicklung der ambulanten Versorgung zu leisten.

    Die Studienteilnahme erfolgt in Form eines Interviews von rund 45 Minuten per Zoom oder Telefon. Das Gespräch wird aufgezeichnet, anonymisiert transkribiert und anschließend gelöscht. Erfasst werden nur wenige Basisdaten wie Alter, Geschlecht und berufliche Angaben. Im Mittelpunkt stehen Erfahrungen aus der Versorgungspraxis – beispielsweise der Umgang mit unspezifischen Symptomen, besondere diagnostische Herausforderungen oder ein erhöhter Bedarf an interdisziplinärer Abstimmung.

    Die Ergebnisse werden anonymisiert ausgewertet und veröffentlicht. Die Studie wird vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gefördert und ist Projektteil eines Forschungsverbunds, an dem auch die Universitäten Tübingen und Würzburg beteiligt sind. Die Projektleitung liegt bei Prof. Dr. Hanna Kaduszkiewicz vom Institut für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH).

    Interessierte können sich per E-Mail zur Teilnahme an der Studie melden: LTPC.kiel@uksh.de

    Nähere Informationen zum Forschungsprojekt finden sich unter dieser Adresse [externer Link].

  • „Wirksamkeit der Mentalisierungsbasierten Therapie für Patientinnen und Patienten mit der Borderline-Persönlichkeitsstsörung“ – Studie der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des LVR-Klinikums Düsseldorf

    Das LVR-Klinikum Düsseldorf sucht für die magnet-Studie zur Behandlung von Patientinnen und Patienten mit einer Borderline-Störung  [PDF, 534 KB] Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten im Umkreis von Düsseldorf und Köln.

    Teilnehmen können Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mit Fachkunde in Verhaltenstherapie (VT) oder tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie (TP), die bereits approbiert sind oder deren Ausbildung fortgeschritten ist. Im Rahmen der Studie würden sie etwa ein Jahr lang Patientinnen bzw. Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung im Einzelsetting entweder mit der Mentalisierungsbasierten Therapie (MBT) oder mit den genannten Richtlinienverfahren behandeln. Ihre Therapiesitzungen würden sie auf Video aufzeichnen. Die Abrechnung erfolgt wie üblich über die Krankenkassen. Zusätzlich würden sie nach jeder Therapiesitzung eine kurze Online-Abfrage ausfüllen.

    Die Studienteilnehmenden erhalten
    •    eine kostenfreie, dreitägige Fortbildung in MBT (Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die in der Studie MBT anwenden, vor der Behandlung, Psychotherapeutinnen und       Psychotherapeuten, die in der Studie TP oder VT anwenden, nach der Behandlung)
    •    eine Aufwandsentschädigung von 200 EUR pro Patientin bzw. Patient (neben der gewohnten Abrechnung über die Krankenkassen)
    •    online MBT-Gruppensupervision (bei der Anwendung von MBT) oder können zwischen online TP- bzw. VT-basierter Gruppensupervision und einer Supervisionspauschale von 300 EUR pro Patientin bzw. Patient wählen (bei TP- oder VT-basierter Therapie)
    •    eine vorliegende umfangreiche Anfangsdiagnostik der Patientinnen und Patienten

    Die magnet-Studie ist die erste große, multizentrische und randomisiert-kontrollierte Erhebung in Deutschland im ambulanten Bereich, die sich mit der Wirksamkeit der MBT bei Patientinnen und Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung im Vergleich zur Behandlung mit VT und TP befasst. Die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der LVR-Kliniken Düsseldorf beteiligt sich als eines von fünf Studienzentren an von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Studie.

    Primäres Ziel des Forschungsprojekts ist, die in die Studie eingeschlossenen Therapieformen hinsichtlich der Reduktion von Suizidalität und von selbstverletzendem Verhalten sowie weiterer behandlungsrelevanter Aspekte zu vergleichen. Das übergeordnete Anliegen ist, die ambulante psychotherapeutische Versorgung von Patientinnen und Patienten mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung in Deutschland zu verbessern.

    Die Studie läuft bis Ende 2028.

    Kontakt für interessierte Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten:

    Leoni Weintz
    Wissenschaftliche Mitarbeiterin Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
    LVR-Klinikum Düsseldorf
    E-Mail: Leoni.weintz@lvr.de
    Tel.: 0211 922 4783